Grand Raid Ile de la Reunion

Ultrabgläufe


Tchimbé RAID 2001

Grand Raid Ile de la Réunion

   

Die gängige Definition ULTRA im Laufbereich ist ab 50 km bis 100 km

In diesen Disziplinen gibt es auch offizielle Meisterschaften mit Bestenlisten, allerdings ohne DLV Mitwirkung, organisiert von der „ Deutschen Ultramarathon Vereinigung e.V.“
Bei diesen langen Strecken lassen sich Landschaftsläufe jedoch nicht immer Kilometer genau einhalten und somit wurden die Distanzen ziemlich fließend.
(Es gibt sogar 100 km Bahnläufe mit Bestenlisten.)
Hauptsächlich in den USA werden auch 100 Meilen Läufe angeboten.
Orthopädisch und psychologisch würde ich diese Distanz läuferisch als letzte Grenze bezeichnen.

Es hat sich gezeigt, dass Strecken darüber hinaus mehr gewandert als gelaufen werden.
Leider hat sich auch schon beim Marathon das „Wandern“ eingeschlichen.

Nun zum ULTRA-BERGLAUF


Mehr als Marathon sollte es schon sein und mindestens 2000 Höhenmeter rauf, gegebenenfalls auch runter.
Meistens erreichen diese Läufe die Höhenmeter nur in der Kumulation.

Ein 50 km Lauf über irgendwelche Buckel, Mugel oder Hügel die dann zusammen gerechnet 1000 Hm ergeben haben nichts mit einem Ultraberglauf zu tun, denn Ultra muss die Strecke und der Berg sein. Der Ultraberglauf besteht auch überwiegend aus Bergwegen oder Pfaden, neudeutsch Trails.

Viele dieser Läufe sind Start-Ziel Strecken. Dadurch weisen sie genauso viele Höhenmeter rauf wie runter auf. Nicht gerade optimal für unsere Gelenke, dafür meistens ein grandioses landschaftliches Erlebnis sowie differenziertes Laufen im Gelände.

Bei einem klassischen Berg Ultra sollte jeder Schritt und Blick eine andere Perspektive aufweisen, so lassen sich die Endorphine aktivieren. Außerdem sind steile und schwierige Bergabpassagen für die Orthopädie besser als relativ flache und lange Bergstraßen und Forstwege, die mit hohen Tempo, langen ungewohnten Schritt und falscher Lauftechnik zu wesentlich mehr Verletzungen führen können.

Ich habe mir für das Training zum Grand Raid auf La Reunion sowie beim Lauf selbst keinerlei Verletzungen eingehandelt.
Trotzdem warne ich davor, diese 125 km und 8200 Höhenmeter rauf wie runter bei teilweise brutalen Bergpfad-Verhältnissen und Klimawechsel (unsere Bergwege in den Alpen sind dagegen meist Autobahnen) zu verharmlosen und zu unterschätzen.

Genau genommen gibt es in Deutschland noch keinen Berg Ultra . „Schwäbisch Gmünd “ oder „Rennsteig“ sind LANDSCHAFTS-ULTRAS.

Klar, ein Ultra Berglauf ist bei uns in Deutschland nur in den Alpen möglich.
Nachdem der DLV das Berglaufzentrum nach Unterhamersbach (ja wo ist das?) verlegt hat, wird er sicher auch die Berge dorthin verlegen.


Viel Spass dabei!

2003 hat Helmut Zacherl im Allgäu einen guten Ansatz in dieser Richtung unternommen, eine hervorragende Internetseite hierfür installiert, eine wunderschöne Wegstrecke ausgewählt.
Leider wurde diese Erstveranstaltung abgesagt mangels Teilnehmer.
Sehr zu meinen Bedauern, noch dazu bei diesem super Sommerwetter.
Natürlich geht es bei solchen „Dingern“ wirklich zur Sache und mit der Masse der Hügelläufer ist das nicht machbar.

Berg Ultras können sooo unterschiedlich sein, gerade darin haben sie ihren Reiz.

Diese RUNS mache ich wirklich für mich selbst!

Es gibt weltweit eine Vielzahl herrlicher BERG-ULTRAS. Ich greif einige mal raus und stell sie mit Bildern vor.

Der Größte und bekannteste sowie schönste, eventuell auch der schwierigste ist der auf
La Reunion.
Davos meint zwar sie haben den Größten, absoluter Irrtum (der Röschtigraben ist halt tief)
In den Alpen zählt er sicher zu den bekanntesten.
Aber laufen Sie mal den DEFI de MUVERAN im Kanton Vaude und Valais, 60 km 5600 Hm, dann wissen Sie wirklich was Berglauf ist.
Nicht weit davon gibt es den Dent du Midi, aber Vorsicht, Sie sollten schon Bergerfahrung haben.
Wiederum um die Ecke ist der Sierre Zinal, einer der ältesten Bergultras. 2004 wurden dort die 1. inoffiziellen  Berglauf-Weltmeisterschaften durchgeführt.

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Der deutsche Alpenanteil beträgt gerade mal „ 3 - 4 Prozent“ und
die Alpenländer meinen sie sind der Nabel der Welt im
"Berglauf"

In der Umweltzerstörung liegen sie aber ganz vorne.


Die Andenkette ist der längste Gebirgszug der Welt mit ca. 7000 km Länge und bis zu 350 km Breite. Die Berge erreichen teilweise eine Höhe bis 7000m bei allen aufweisenden Klimazonen.
Von den asiatischen Gebirgen ganz zu schweigen.
Aber selbst auf kleinen Inseln gibt es gewaltige Berge die teilweise höher sind als unsere Zugspitze, da diese von NN aus aufsteigen.

Auf Korsika gibt es einen sehr schwierigen „Grand Raid“ und Berge bis 2707Hm.
Der Piton de Neige auf La Reunion erreicht knapp 3100Hm.

In Kreta erreichen die „Weißen Berge“ vom Meer aus eine Höhe von 2500Hm.
Der „Grand Raid“ auf Martinique mit 60km und 4000Hm rauf-runter durch den artenreichsten Dschungel der Welt, dampfend heiss und feucht, Schlamm und uferlos Wurzelwege durch die Tropenwälder, sowie durch kilometerlange Bananen-Plantagen wo du keine Luft kriegst, stellt schon eine besondere Herrausforderung für den Läufer dar.

Das ist eben BERG-ULTRA weltweit.

Neuseeland hat mit dem „Mount Cook“ einen 3700m Gletscherberg (die Gletscher reichen teilweise bis 400Hm zum Meer. Auf der Südinsel regnet es an der Westseite häufig und außer der Antarktis nehmen hier die „Glaciers“ auch nicht ab.
ULTRA-BERGLÄUFE durch Baumfarnwälder wie z.B. der „Kepler-Trek“ haben hier ihren besonderen Reiz.

Der höchste Berg Spaniens ist nicht in Spanien, obwohl die Pyrenäen auch ganz mächtig sind. Auf Teneriffa (Spanien) ist der Vulkanberg Pico del Teide 3.718 Meter)
Wenn Sie auf die Kanaren fliegen, können sie diesen Gebirgszug gut sehen. Auf französischer Seite gibt es auch einen „Grand Raid“ soll sehr schwer sein.
Sollten Sie auf Teneriffa landen, ist der „Teide“ mit seinen 3718m nicht zu übersehen.
Französische ULTRA-BERGLÄUFE sind schon was besonderes!
Auch die im Mutterland.
Z.B. „Tour du Mont Blanc“ 155 km-8500 Höhenmeter rauf-runter, oder den „Fila Sky Race“ 51 km-2300 Hm sowie den „Grand Raid du Mercantur“ 106 km 5000 Hm, usw.
Und dann natürlich die USA! Das Mutterland der organisierten Trail Läufe.
Die 100 Meiler! Z.B. „Western States“ in Squaw Valley, oder der „Hardrock“ in Silverton“ mit 11000 Höhenmeter rauf-runter. Der „Leadville“ in beachtlicher Ausgangshöhe von ca.3000m. Alles nichts für Weicheier!
Wenn Sie so etwas planen, bereiten Sie sich 1 Jahr darauf vor. Die notwendigen Durchgangszeiten, die sie bei den Teilstrecken erreichen müssen, sind bei den Amerikanern sehr eng gesetzt.
Erstaunlich, denn bei den Marathons kann man ja rückwärts gehen und man ist immer noch unter den ersten 10 Tausend.

Sie merken schon, hier wird von spannenden, attraktiven, facettenreichen BERG-ULTRAS berichtet und nicht von langweiligen Waldhügeln wo sie NIE einen Gipfel zu sehen bekommen.

Ich wünsche Ihnen für diese Art BERGLAUF Gesundheit und Stehvermögen, dann erleben Sie etwas UNVERGESSLICHES und Sie können Stolz auf sich sein.

Vergessen sie die Platzierung - allein der Weg und das Ziel sind bedeutend!

Euer Helmut Reitmeir




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