BERGLAUF PUR   DIE ALPEN Teil 4



Diavolezza Hütte - seinerzeit

 

Inversionslage in den bayerischen Alpen



Klima in den Alpen
Die Alpen liegen im Einflussbereich des mitteleuropäischen sowie des mediterranen Klimas.
Durch die hohen Berge wird das Klima regional sehr unterschiedlich geprägt.
Mit entscheidend ist natürlich die Seehöhe. Pro 100 Höhenmeter ändert sich die Temperatur um ca. 0,6 Grad. Die Unterschiede zwischen
der Nord – und Südseite der Alpen sind sehr ausgeprägt.

Die vom Atlantik und Mittelmeer heranziehenden feuchten Winde beeinflussen die Alpenrandzonen
durch starkes Abregnen. Im inneren der Alpen befinden sich Trockenzonen wie z.B. das Wallis oder im Engadin.

In den Nordalpen ist es kühler und die Niederschläge verteilen sich ausgeglichener, vorwiegend im Sommer. Auf der Südseite sind stärkere Niederschläge im Frühjahr und im Herbst. Im Sommer ist z.B. das Wallis förmlich ausgetrocknet.

Die Westalpen sind wesentlich feuchter durch den Ozean als die Ostalpen. Durch die Tiefdruckgebiete aus der Adria, die nach Norden ziehen, entstehen in den Karnischen A. wie in den Karawanken hohe Niederschläge, die bis in die Hohen Tauern reichen.

Klimawandel in den Alpen

Das Eis der Gletscher ist ein "Klimaarchiv" und Gletscher sind das "Gedächtnis" der Klimageschichte.

Der spektakuläre weltweite Rückzug der Gebirgsgletscher gehört zur sichersten Evidenz (evident = augenscheinlich)

dass sich das Klima der Erde seit dem Ende der "Kleinen Eiszeit" um die Mitte des vergangenen 19. Jahrhunderts markant verändert hat.

Gebirgsgletscher gelten deswegen als "Schlüsselindikatoren" für Klimaänderungen.

Die Alpengletscher verloren seit Mitte des 19. Jahrh. bis Mitte der 1970 er Jahre etwa ein Drittel ihrer Fläche und

die Hälfte ihres Volumens. Inzwischen sind weitere 20-30 % des Eisvolumens verloren abgeschmolzen.

Der Kilimandscharo, 5895 Meter verlor seit 1912 mehr als 80 % seiner Schnee und Eisfelder.
Das Gletschereis am "Kili" schätzt man auf ca. 12 000 Jahre. In ca.20-25 Jahren wird er wohl verschwunden sein.

Der Aletschgletscher bewegt sich 80 Meter pro Jahr aus dem Nährgebiet talabwärts, aber es reicht nicht mehr das weggeschmolzene zu ersetzen. Jedes Jahr verliert er ca. 25 Meter an Länge und 2,5 Meter an Dicke.

In 150 Jahren hat er 3,5 km an Länge verloren, aber er ist mit 23 km noch immer der Längste in den Alpen.

Am Konkordiaplatz ist das Eis ca. 900 Meter dick.

Um 1Grad ist die Temperatur im 20. Jahrhundert global angestiegen, in den Alpen um 2 Grad.
Der heutige Permafrost (dauerhaft gefrorene Böden) liegt heute bei 2700 Meter. Bis Mitte des Jahrhunderts verschiebt sich dieser 300 Meter nach oben.

Folge:
Hänge kommen ins rutschen, da in diesen Höhen keine natürlichen Wälder oder Wiesen die Hänge halten können. Weil sie in diesen Höhen nicht vorkommen, klimatisch bedingt.



Juli in den Alpen



     
  Felssturz vor ein paar Jahren bei Randa,  Mattertal   Felssturz vor ein paar Hundert Jahren, vielleicht auch
vor ein paar tausend Jahren.Südl. Rhonetal
 
Natürlich wird nicht immer ein Felssturz durch Klimaerwärmung verursacht.


Der Föhn
Lateinisch=favonius (lauer Wind) warmer und trockener Fallwind.
(wenn irgendwas daneben geht, bei uns Münchnern, dann ist im Zweifelsfall immer der „favonius“ Schuld!)
Wenn feuchte Luftmassen auf ein Gebirge treffen sind sie zum aufsteigen gezwungen, dadurch kühlt sich die Luft ab und kondensiert und es regnet.
Im Lee des Gebirges sinken die Luftmassen nach unten und erwärmen sich. Dadurch entstehen die typischen Föhnwolken. Meist „bricht“ dieser
Föhn
nach 2-3 Tagen zusammen und es wird anschließend regnerisches, kaltes Wetter. Da können binnen Stunden extreme Temperatur Unterschiede von bis zu 20 Grad entstehen.
In den USA werden diese Fallwind  „Chinooks“, in den Anden“ Zonda“ genannt.


     
  Typisches Föhngewölk in den Bayerischen Voralpen (Okt.2005)  

Meinen Sie nur nicht, dies sei eine Fotomontage. Diese Föhnwolke

liegt über Testa Grigia, aufgenommen von der Zermatter Seite

 

 

     
  Das Wallbergkirchlein mit Farbspektrum.
Die leichten Föhnwolken brechen das Licht der Sonne wie ein Prisma.
  Föhnwolken über dem Tegernseer Tal  


Herbstliche Inversionslagen im Gebirge

   
 
Typische Inversionslage im Herbst. Brauneck, Bayern. Blick Richtung Osten zum Wendelstein.
 

Mittag, Blick Richtung Süden ins Karwendel

Beide Bilder vom 17.Okt.2005

   
 

Links das Zinalrothorn, Mitte das Mettelhorn.

Beide Bilder vom Sept. 2005

 

Blick Richtung Norden,entlang dem Mattertal,

Richtung Aletschgebiet



Eine Inversionslage

ist der Sonderfall indem bei zunehmender Höhe die Temperatur ansteigt. Im Normalfall

nimmt die Temperatur vom Erdboden bis zur Tropopause (ist bis ca. 12 000 Meter Höhe) um 0,65 Grad Celsius pro 100 Meter ab.

Eine Inversion wirkt wie eine Sperrschicht und verhindert die vertikalen Temperaturbewegungen. Staub und Dunst aber auch Schadstoffe können sich an der Untergrenze ansammeln. Genauso aber auch die kalte Luft.
Eine solche Inversion entsteht bei einer stabilen Hochdrucklage, wolkenlosen kalten Nächten und schwachen Wind. Deswegen ist es oben am Berg wesentlich wärmer als unten im Tal unterhalb der Inversionsgrenze.

Bis zu 20 Grad kann der Temperaturunterschied sein. Man nennt das dann eine Temperaturinversion.

Kalte Luft ist schwerer als warme und sie sammelt sich in den Tälern. Man spricht auch von Kälteseen.

Nebel ist eine Begleiterscheinung von Inversionen. Er verhindert das ausweichen von Wasserdampf in die Höhe und er sammelt sich unterhalb der Inversionsschicht und wir haben dann die berühmte Nebelglocke.

Auch eine kalte Schneedecke in den Tälern führt zur starken Abkühlung der Luft und darüber bildet sich eine Strahlungsinversion.
Sinkt die Kaltluft in Hochdruckgebieten ab, so erwärmt sich diese trockenadiabatisch um 1 Grad pro 100 m. Absinkiversion.

Adiabatisch bezeichnet man, wenn über eine Grenze kein Wärmetransport stattfindet.(Thermodynamik)

Im Gegensatz zu diabatisch, da wird der Luft Wärme zugeführt oder entzogen.

 

Tourismus in den Alpen

Kein Hochgebirge in der Welt ist so touristisch erschlossen wie die Alpen.

Die Transportmittel dort hin ist das eine, auf die Berge zu kommen das andere. Die natürlichste und die älteste Art auf den Gipfel zu gelangen, ist hoch zu wandern. Sportlicher ist - hoch zu laufen. Daraus entstand die Disziplin „Berglauf“

Mit ca. 5,5 Mill. Ferienbetten und 140 Mill. Gästen, sowie rund 500 Mill. Übernachtungen pro Jahr, sind die Alpen eine der größten Touristenregionen der Welt. Angeblich soll sich hier ein Viertel des gesamten Welttourismus abspielen.   (Ich würde dies aber eher bezweifeln.)

Trotzdem sind die Alpen nicht flächenhaft touristisch erschlossen. Nur 500 Gemeinden der Alpen haben eine große touristische Infrastruktur, das sind ca. 10% aller Alpengemeinden.

Dieser Tourismus spielt sich hauptsächlich an den Seeufern und Talabschlüssen ab.

In den Ostalpen, Bayern, Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Kärnten und Südtirol gibt es flächenmäßigen Tourismus. In Graubünden, Wallis, Aostatal und Savoyen ebenso.

Schon um 1854 hat man mechanische Aufstiegshilfen, die so genannten Bergbahnen gebaut.

Eine Adhäsionsbahn schafft aber nur 7% Steigung.(1854 Semmeringbahn)

 

Furka-Oberalb Bahn

Die Rhätische Bahn in Graubünden, CH hat weltweit das dichteste Netz.

Der Bernina - Pass 2257 m ist in den Alpen der höchste Punkt einer Adhäsionsbahn.

In Peru fährt eine Bahn auf 5200 Höhenmeter, keine Personenbahn

600 000 Touristen überqueren jährlich die Alpen mit dem Bernina Express.

Im Jahr 218 vor Chr. zog Hannibal (Karthagischer Feldherr) schon mit seinen Kriegselefanten mit 38 000 Mann und
8 000 Reitern von Spanien über die Pyrenäen

und über die Alpen Richtung Italien.

Zahnradbahnen  schaffen eine Steigung bis 48%.
Die erste Bahn wird 1871 auf „die Rigi“ am Vierwaldstättersee, die steilste, 48% 1889 auf den „Pilatus.“
Die höchste auf das „Jungfrau-Joch“ 3454 m, gebaut.

Alle in der Schweiz; das Land mit den meisten Zahnradbahnen der Alpen und auch die „Schönsten“

Leider gibt es den „Pilatus Berglauf“ nicht mehr.


     
 
Zugspitz - Zahnradbahn, hier vor den Waxensteinen bei Grainau. Die Zahnräder werden erst später einge-setzt, da die Bahn schon in Garmisch-Partenkirchen startet und einige Kilometer flach fährt.
 

Die Zahnradbahn von Zermatt auf den Gornergrat, 3040 m. Deutlich können Sie im Vordergrund die Zahnräder erkennen.

Es gibt unterschiedliche Zahnradsysteme. Im Hintergrund der berühmteste Berg der Alpen, das Matterhorn, 4478 m.

 

In Deutschland haben wir nur 2 Zahnradbahnen. Die „Zugspitzbahn“ von Garmisch – Partenkirchen sowie die „Wendelsteinbahn“ von Brannenburg auf den Wendelstein
In Brannenburg war ich für kurze Zeit bei den „Gebirgsjägern“ Ab und zu mussten wir auf der Bahntrasse hochlaufen.
Historischer Zug der Wendelstein Zahnradbahn, hier bei der Talstation in Brannenburg. ( 508Meter )
Für die 7,66 km lange Bahnstrecke war der Baubeginn am 29. März 1910 und am 25. Mai 1912 wurde sie feierlich eingeweiht. Heute benötigen moderne Triebwagen 30 min. bis zur Bergstation auf 1723 Meter

Die neuen Triebwagen der Zahnradbahn auf den Wendelstein


 
Seit 1970 verkehrt auch von der Südseite, Bayrischzell eine Pendelbahn auf den Wendelstein Talstation 790 Meter   Das Wendelsteinkirchlein
Einweihung am 20. Aug. 1890

 
Die Schafberg Zahnradbahn   lesen Sie mehr darüber click
Am Wolfgangsee, Österreich, lief ich schon öfters bei einem Berglauf - Wettkampf auf der Bahntrasse
entlang zum „Schafberg“ 1783 m, das waren immerhin 1244 Höhenmeter.

Standseilbahnen  (Steigung bis 75%)
Auf Schienen laufendes mit einem Drahtseil verbundenes Wagenpaar, wobei der bergab fahrende Wagen den bergauf fahrenden mit in die Höhe zieht.

Die erste Anlage 1891 Lauterbrunnen - Grütschalp im Berner Oberland Schweiz.

Zahnradbahnen und Standseilbahnen sind seit den 50er Jahren nicht mehr gebaut worden.
Liebevoll, in privater Initiative werden einige Strecken in der Schweiz (Furka – Oberalb Paß) wieder in Stand gesetzt.


     
  Standseilbahn Niesen 1. Sektion   Standseilbahn Niesen 2. Sektion  


Der Glacier Express von Chur nach Arosa - Schweiz
Die Arosabahn wurde 1914 gegründet und benötigt ca. 1 Stunde Fahrzeit für die 25,7 Km. Sie überwindet
dabei 1155 Höhenmeter. Start in Chur auf 584 Hm - Ziel Arosa Bahnhof auf 1739 Hm

Niesen - fantastischer Panoramaberg in der Schweiz

Die Niesen Standseilbahn wurde von 1906 bis 1910 gebaut. Talstation Mülenen auf 693 Meter, die Bergstation Niesen Kulm

befindet sich auf 2336 Meter. Sie fährt in 2 Sektionen mit einer Steigung bis 68%.
Die Fahrtzeit beträgt 26 Minuten insgesamt bis Kulm und ist somit eine der längsten und steilsten Standseilbahn der Welt.

Entlang der Bahntrasse befindet sich die längste Treppe der Welt mit 11 674 Stufen und einer Höhendifferenz

von 1643 Meter. Hier gab es vor einigen Jahren noch einen Treppenlauf.


Die über hundertjährige Standseilbahn auf den Muottas Muragl in St. Moritz

   
 
Die Seile der Bahn waren damals wie heute strengen Sicherheitsstandards unterworfen und in ihrer Machart überproportioniert. So kann auch heute jedes Seil das acht bis zehnfache seines Lastengewichtes halten. Die ausgeklügelten Fangbremsen sind mit dem Seil verbunden und klammern sich an die Schienen, sobald das Seil eine mangelnde Spannung aufweist. Selbst ein äußerst unwahrscheinlicher Seilriß könnte so unbeschadet abgefangen werden. Der Erfinder des ersten derartigen Bremssystems, Franz Josef Bucher, stellte dies unter Einsatz seines eigenen Lebens unter Beweis: 1891 stieg er auf das Dach seiner Seilbahn und ließ an der steilsten Stelle die Seile kappen. Unbeschadet.
 
Auf einer Strecke von 2.199 Metern überwindet die Bahn Steigungen von bis zu 54 Prozent und eine Höhendistanz von 709 Metern. Es fuhren zwei Kabinenwagen im steten Wechsel. Die nach unten fahrende Bahn wurde zusätzlich mit Wasser betankt, um so als mitziehendes Element den entgegen gesetzten Wagen nach oben zu ziehen. Im Tal wurde das Wasser wieder abgelassen, und der so erleichterte Wagen konnte von seinem Gegenstück nach oben gezogen werden.
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  Foto: Bergbahnen ENGADIN St. MORITZ AG   Älteste Bergbahn im Engadin/St. Moritz/Schweiz  

 
 
 
  Die berühmte Corviglia Standseilbahn führt bei zwei Stationen auf 2489 m  

Muottas Muragl Standseilbahn und
das Romantik Hotel Muottas Muragl auf 2’456 m ü. M.

 


Luftseilbahnen   (Steigung bis 85%) An einem Drahtseil hängende und von einem Zugseil gezogene Bahn. Erste Anlage in Bozen 1908 Italien, Seilbahn nach Kohlern.
Die höchsten Seilbahnen wurden 1955 auf die „Aiguille du Midi“ 3803 m bei Chamonix und 1982 auf das kleine „Matterhorn“ 3820 m, bei Zermatt gebaut.
Die höchste Bergstation einer Seilbahn ist die
Meridabahn in Venezuela auf 4765 Meter
Die älteste original erhaltene Großkabinenbahn führt auf den Predigtstuhl, Baujahr 1928
bei Bad Reichenhall, Bayern.
Geplant war auch schon mal eine Seilbahn auf den berühmtesten Alpenberg, das „Matterhorn.“ Gott sei Dank haben die „Burger“ von Zermatt das verhindert.

Es gibt auch eine „U – Bahn“ auf den Berg, besser durch den Berg. In Saas Fee, Wallis, die „Metro Alpin“ auf 3500 m.

 

Nebelhornbahn, unten Oberstdorf, Bayern
 
 
Luftseilbahn nach Mürren, Berner Oberland
 
Tegelbergbahn mit Schloß Neuschwanstein
Paßstraßen

Die Pässe in der Zentralschweiz, ob mit dem Auto oder mit der Bahn sind einmalig im Alpengebiet.

In den Alpen gibt es etwa 300 Paßstrassen, also Pässe, die mit einer öffentlichen Straße überquert
werden. Nur drei von ihnen besitzen im Gütertransverkehr eine zentrale Bedeutung.
Der Brenner, Gotthard und der Moncenis. Die beiden letzteren mit Basistunnel.
Ca. 25 Paßstraßen sind für den Regionalverkehr wichtig. Alle anderen sind nur von lokaler, bzw. touristischer Bedeutung. Großglockner, 2575 m, Timmelsjoch,2509 m, Col de Nivolet, 2612 m und Colle dell`Agnello mit 2748 m.

In der Regel sind die höchsten Paßstraßen ehemalige Militärstraßen, wie z.B. die Iseran Paßstraße, 2762 m.

Die höchste befahrene Alpenstraße ist der Colle Sommeiller, 2991, m in den nördlichen Cottischen Alpen und nicht die Ötztaler Alpenstraße zum Gletscher wie fälschlicherweise behauptet wird.


     
          Zum Col du Galibier     Zum Col du Mt. Cenis  

     
    Bau der Großglockner Hochalpenstraße von
1931 - 1935 von Zell am See über das Hochtor
2506 m nach Lienz. Seitdem ca. 50 Mill. Besucher.
    Savoyer Alpen  

 

Kaum eine Gebirgsregion in der Welt hat ein so großes Weit – und Fernwandernetz wie die Alpen.

Für uns Deutsche kurios: In der Schweiz gibt es ein verbrieftes, verfassungsmäßiges Recht auf Bau,Erhaltung und Nutzung der Bergwege. Weltweit einmalig!


     
 

In der gesamten Schweiz sind alle Hinweisschilder

einheitlich nach diesem System angebracht.

 
Nur in den Zermatter Bergen sind die Schilder traditionell schwarz.
 

Bergpfade
Wer so oft, wie ich, in der Schweiz auf Bergpfaden gelaufen ist, weiß diesen hervorragenden Service zu schätzen.
Die Inka Bergpfade sind viel, viel älter und wurden nicht für den Tourismus angelegt.
Im Verhältnis zur Größe des Inkareiches in den Anden, gibt es dort sogar mehr Bergpfade, aber ohne jegliche Beschilderung. Allein Peru ist ca. 50 mal so groß wie die Schweiz!

 

    Dies beiden Schilder habe ich im Vorgarten des Alpinen Museums in München fotografiert.    
 

Solche Schilder sind tatsächlich "unnütz"

Der "Unnütz"(2077m) ist ein Berg in den Tiroler Alpen, Rofangebirge.

     

Leider sieht man noch immer solche

Schilder in den Deutschen Alpen.

 

     
  Das kann man nicht mehr als "Bergpfad" bezeichnen.
Mein Weg auf denChachani, über 6000 Meter in Peru
 

Typischer Bergpfad auf der Insel La Reunion

 

     
  Bergpfad nördliche Cordillera Blanca/Peru.
Weder die "Burros" noch die Inkas benötigen Bergschuhe
  Bergpfad im Colca Canyon, tiefster Canyon der Welt
Diesen Pfad lief ich hoch (Helmut Reitmeir)
 





Wasserspeicher Alpen

Im Durchschnitt regnet es in den Alpen 145 cm/Jahr, (Europa 66 cm - Westeuropa 80 cm) von  denen 54 cm verdunsten und 91 cm abfließen. (In Österreich hat es deswegen schon mal Wasserknappheit gegeben)

Das Hochgebirge ist Regenfänger und hat auch eine relative geringe Verdunstung (wegen der niedrigen Temperaturen in der Höhe) Das potenziert sich noch durch die Vergletscherung. ( In den Eismassen ist in etwa die Niederschlagsmenge pro Jahr gespeichert)

In den südfranzösischen Alpen ist es am trockensten, in den Karnischen und Julischen Alpen regnet es am meisten.
Durch die Wasserkraft der Alpen entsteht eine hohe Energieproduktion.
In den gesamten Alpen beträgt sie ca. 40 000 MW.
64 % davon in der Schweiz, nur 0,5% in Deutschland. Auch Österreich mit 58 % hat eine erhebliche Stromproduktion durch die Wasserkraftanlagen der Alpen.



Moräne
französischer Begriff. Ist vom Gletscher mitgeführter abgelagerter Gesteinsschutt. Am Untergrund des Gletschers oder als  Seiten - und Endmoräne abgelagert
Beim Zusammenfluß von 2 Gletschern entstehen Mittelmoränen.

 

   
  Eigenartiger Moränenaufwurf mit interressanten   Hier holt sich der Mensch Baumaterial aus der
  Lichtspiel der schräg einfallenden Sonne.   Moräne.


 In den Alpen gibt es ca. 5000 Gletscher

Die Zahl dürfte wohl nicht mehr stimmen. Als Gletscher kann man nur einstufen, wenn er

noch eine Fliesstätigkeit aufweist, das heißt, er muss ständig in Bewegung sein. Das Nährgebiet des Gletschers bewirkt den Zuwachs und die Fliesstätigkeit. Eis-oder Schneefelder kann man nicht als wirkliche Gletscher bezeichnen.

Die Gletscher die Sie in den unteren Bildern sehen, zählen aber zu den Größten in den Alpen.

Das sichtbarste Zeichen der Klimaveränderung, ist das Abschmelzen der Gletscher. Dies ist zur Zeit weltweit zu beobachten. In den Anden ebenso wie in der Antarktis und im Himalaya.

 

     
  Der Gornergletscher, der Talgletscher wird vom Hanggletscher gespeist.   Breithorn, unten der langgezogene Gornergletscher.  

     
  Gletscherbruch eines Hanggletschers.      

     
 

Gletscherzunge, das Ende des Gletschers. Hier auf

einer Höhe von ca. 2800 Meter.

  Gletscherschliff. Die Gletscherschrammen wurden von dem im Eis mitgeführten Steinen eingekratzt.  

     
  Ein wirklich schöner Gletscher im Berner Oberland   Der Steingletscher Alle Aufnahmen v. Helmut Reitmeir  


  

Erdpyramiden in den Alpen

 

     
         

Wenn man von Chur nach Arosa fährt, sieht man diese Erdpyramiden


     
  Erdgeschichtliches Phänomen im Kanton        Valais, Val d`Hèrens bei Euseigne CH  

     
    Sehr deutlich zu sehen, wie die        Erdpyramiden entstehen.            

Entstehung der Erdpyramiden

Die Voraussetzungen zur Entstehung von Erdpyramiden sind vor allem die besonderen Eigenschaften des Materials,
das Klima, eine geschützte Lage gegenüber Winden, sowie das vorkommen von größeren Steinen, als Schutz für die Erdpyramide.

1. durch starke Regenfälle wird der Untergrund aufgeweicht und große Teile des Hanges rutschen ab.
Es bildet sich eine Steilkante.
2. weitere Regenfälle schneiden Furchen in den Hang, ausgedehnte Trockenphasen dazwischen ermöglichen es dem Erdmaterial, auszuhärten und widerstandsfähiger zu machen. Dabei bilden sich langsam Säulen aus, die aber nicht immer durch Decksteine
geschützt werden.

Die in den Bildern gezeigten Erdpyramiden gehen auf die letzte Eiszeit, vor etwa 80 000 Jahren, zurück.

Während dieser Zeit war das Gebiet komplett mit den Eismassen des Eringergletschers bedeckt.

Nach dem Rückzug des Eises blieben Unmengen an Schutt zurück. Unter diesem Schutt waren auch größere Steine-die Steine die man heute auf den Spitzen vieler Pyramiden sehen kann.

Durch die Erosion werden die Pyramiden immer höher, da ihre Umgebung immer weiter absinkt.

Dieser Prozess hat aber bald ein Ende, die nächsten zwei, drei Generationen werden diese Pyramiden noch bestaunen können, dann wird aber nicht mehr viel davon übrig sein.


     
  Entstehung von Erdpyramiden im Passeiertal; Südtirol   rechts oben sieht man, dass durch die Erosion das Weinfeld zum Opfer fällt  

 



Die Marterl
sind Holzkreuze am Wegesrand auch an markanten Geländepunkten und Wegegabelungen (Kreuzwegstation, Flur- u. Feldschutz) zu finden.
Die mit Inschriften und Gedenksprüchen versehenen Marterl dienen der privaten Andacht aber auch öffentlichen Gottesdiensten.
In den Süd- und Westalpen gibt es an Stelle der Holzkreuze kleine Steingebäude mit Votivbildern.
Das Marterl gibt es so nur in den Ostalpen.

 
 
 
 
  Marterl auf dem Weg zum Gipfel. Zillertaler Alpen (Österreich)   Marterl in Ehrwald
(Tiroler Zugspitz- Gebiet)
  Marterl in den Karnischen Alpen,Kärnten (Österreich)  
 
 
   
 

Ein altes Marterl. Aying b. München.

In der Nähe vom Bräu.

 

Leider ein neues Marterl.
Zur Erinnerung a.d.tragischen Unfall der Skirennläuferin

Ulli Maier. Weg zum Kreuzeck, Nähe Olympia Skiabfahrt

   
 
   
  Marterl in Oberbayern   Diese Marterl steht im Passeiertal, Südtirol  


Mountain blight

ein internationaler, wissenschaftlicher Ausdruck für die völlige Entvölkerung eines Alpentales/region.


(Das wäre wohl mal ein Segen für die Alpen.)

  


 

Schwaige/Schwaighof

Ein vom Grund-oder Landesherren, vorwiegend in den Ostalpen, beim mittelalterlichen Siedlungsbau, gegründeter Bauernhof, mit ausschließlicher Viehwirtschaft. Meist oberhalb der Dauersiedlungen am Rande der Almen gelegen.

Auch an Rändern der Schatthänge und Flußauen im Alpenvorland.

Der Grundherr stattete die Schwaigen mit Milchkühen und Melkschafen aus und erhob dann einen Zins.

Heute kennt man die Schwaigen nur noch als Wirtshäuser im Voralpenland.Menterschwaige usw.

Und natürlich das bekannte „Weißbier“ vom „Schwaigerbräu“



Schwaighof im Voralpenland


 

Toteisloch 

Am Ende der letzten Eiszeit verblieben in den End-und Grundmoränen große isolierte Eisblöcke, die nur sehr langsam schmolzen.
An ihrer Stelle entstanden Mulden, die zu Seen wurden.
Die bekanntesten Toteislandschaften der Alpen sind die „Oberengadiner Seenplatte“ und das „Osterseengebiet in Oberbayern.“
Toteisseen bei Füssen im Allgäu
Die Seen entstanden in der Eiszeit durch die Gletscherzungen der Lechgletscher.

     
 
Der Hopfensee bei Füssen
 
Der Hopfensee, ca. 2 qkm und erreicht eine Tiefe von 10 m. Leicht moorig und hat eine Temp. v. 20-25 Grad.
 
     
 
Verschilfung der Toteis-Seen. Im Hintergrund der Säuling.
 

. Auf dem Weg zumTegelberg. Links der Forggensee,

rechts der Bannwaldsee. Er liegt auf 786 m.

 



Viehgangeln

Hangparallele Treppen auf steilere Almflächen die dadurch entstehen, dass die Kühe beim Weiden
langsam hangparallel gehen und dabei bergwärts fressen. Sind diese zu stark ausgetreten reißt die Vegetationsdecke auf und beschleunigt die Bodenerosion.
Bei längeren Regenperioden werden riesige Bodenteile durch das Vieh abgetreten und die Almwiesen können sich nicht mehr regenerieren(Überweidung)

 
   
 
  Viehgangeln. An den Wiesenhängen kann man deutlich die Wanderungen der Kühe erkennen.     Viehgangeln  

 
   
 
  Viehgangeln     Viehgangeln  

 
   
 
 

Diese brutalen Löcher entstehen durch das Viehgangeln. Das Vieh ist mittlerweile zu schwer geworden und außerdem grasen zuviele auf enger

Weide, bzw. Berghängen. Dadurch beginnt eine

Erosion am Hang. Die matschigen Löcher können

bis 50cm tief werden. Eine geschlossene Grasdecke

kann sich nicht mehr bilden und bei starken Regen

kann der ganze Hang abrutschen.

   

Die "Zenzis" wissen leider davon nichts und treten immer wieder mit ihren harten, scharfen Hufen in die

selben Löcher rein und fressen oben an den Gras-

narben den Rest noch völlig ab.
Bleiben Sie lieber auf den Bergwegen als in so einer "Wiese" hoch zu laufen.

 

 


 

Transhumanz

Transhumanz - span. auf die Weide bringen, franz. Transhumance - manchmal

Transhumanz wird in vielen Regionen der Welt betrieben. Halbnomadische Fernweidewirtschaft
und stellt eine optimale

Nutzung ökologischer Nischen dar. Sie wird dort praktiziert, wo aufgrund der klimatischen Bedingungen eine saisonale Wanderung des Viehs zwischen den Weiden, Matten auf den Bergen, die nur in der warmen Jahreszeit genutzt werden

können, notwendig macht, entsprechend dem Klimarhytmus. Im Sommer auf der Alp und im Winter in den wärmeren Tälern oder Ebenen. In den südlichen Alpen war die Transhumanz stärker ausgeprägt.

z.B. wurde die Transhumanz der Wanderschäfer vom Sommer im Engadin, Ostschweiz, von 1800 Höhenmeter im Winter in die Poebene, Italien auf 200 Höhenmeter betrieben. Zu Beginn des 20. Jahrh. von der Schweiz aus seuchenpolitschen Gründen untersagt.

Der Schafübertrieb vom Schnalstal (Südtirol) ins österreichische Ventertal (Tirol) ist dafür noch ein gutes Beispiel. 3 Tage

sind die Tiere und Mensch unterwegs und überqueren am Similaungletscher die 3000 Meter Marke.

Die Transhumanz findet man auch im Mittelmeerraum und in den USA sowie in der Tundra.

Heute hat die Transhumanz keine große Bedeutung mehr, wenn man mal vom touristischen Almabtrieb absieht, der

strenggenommen keine Transhumanz darstellt. (Viehscheid)

Die Transhumanz ist nicht zu verwechseln mit Nomadismus,

also der Wanderviehwirtschaft von Hirtenvölkern. Nomaden sind auch gleichzeitig Besitzer ihrer Herden und sind im geschlossenen Familienverband und Hausrat auf ständiger Wanderung.

Hauptverbreitungsgebiet des Nomandismus sind die Trockengürtel von Nordafrika (Ziegen, Schafe) Zentralasien (Yaks und Pferde, auch Rinder) und die polaren Gebiete (Rentiere)




 

Viehscheid


 
Das ist noch kein touristischer Almabtrieb
 
Bescheiden geschmückt, mit riesigen Glocken

Touristen Viehscheid

Die Viehscheid beginnt in den Bayerischen Alpen, (nur dort gibt es in in Deutschland Viehscheid,) etwa Anfang Juni und endet gewöhnlich Ende September mit dem Almabtrieb. (Durchschnittlich in den Alpen ist das Jungvieh ca. 100 Tage auf den Almen,Alpen.) Beim Almabtrieb werden die Tiere aber nur dann festlich geschmückt, wenn es während des Alm-

sommers keinen schweren Unfall bei Mensch und Tier gegeben hat.

Dies wird heute aus touristischen Gründen nicht immer beachtet. Pervers wird es, wenn zur Steigerung der touristischen Attraktion im Herbst mehrere Almabtriebe mit den gleichen Tieren organisiert werden.

Mittlerweile bilden sich dann stundenlange Staus Richtung Allgäu auf den Straßen.



 

Uhrengipfel

Bergspitzen, deren Namensgebung auf die Stundeneinteilung des Tages hinweisen, wobei die Bergspitzen für ein bestimmtes Dorf die Rolle einer großen Sonnenuhr übernehmen.

Neuner, Elfer, Einser usw. z. B. in den Sextener Dolomiten

 


 

Alpenblumen

 



       
 

Schlüsselblumen auf 1600 Hm

die gehören zur Gattung der Primel.

  Die Silberdistel auf 2200 Hm  

Die Schusternagerl auf 1600 Hm

Das ist der Frühlingsenzian

 
       
 

Kuhblume, Milidistel usw.
Die Kuhblume wird später zur Pusteblume. Der Löwenzahn.

  Stengelloses Leinkraut  

Kuhblumenwiese vor einem oberbayerischen Bauernhof

auf 650 Hm.

 

       
 
Die verblühte Küchenschelle, hier auf 2100 Meter im Kanton Valais. Angeblich soll im Wallis keine Küchenschelle verbreitet sein.
  Der Enzian  

Almenrausch, Alpenrose auf 1800 Hm

 


     
Almenrausch, Alpenrose  
 

Clusius Enzian - Stängelloser Enzian - echter Alpen Enzian

     
Der gelbe Enzian  
wegen seiner gelben Blüten.
 

Das ist der "Schnaps-Enzian". Allerdings wird diese Spirituose aus der Wurzel des gelben Enzians gebrannt. Die Pflanze wird ca. 50 - 140 cm hoch. Sie wächst auf Almwiesen im Alpenbereich von 1000 bis 2000 Meter. Die Bitterstoffe der Wurzel verleihen den eigenartigen Geschmack dem "Enzian". Die Kühe mögen das komische Kraut auch nicht, weil sich die Pflanze eben mit ihren Bitterstoffen wehrt. Auf den Flaschen werden aber immer nur die schönen blauen Blüten des Stengelenzians abgebildet. Siehe oben
Die Ernte der Wurzeln ist streng reglementiert.



       
 

Das Edelweiß rechts, hier auf ca. 2800 Hm

  Das "Edelweiß" als Symbol am Bierkrug 
im Nationalsozialismus
 

Das Edelweiß "Wappenblume der Alpen"

 


Das ist ein ganzer Tümpel voller Edelweiß.
Die Aufnahme täuscht, sie entstand in einem sehr steilen Geländehang

Das Edelweiß stammt ursprünglich aus den Steppen Zentralasiens. Im Frühjahr hält das Edelweiß Temperaturschwankungen von 60 Grad aus. Um Feuchtigkeit zu halten hat es auf seinen Blättern Tausende feiner Haare ausgebildet.

       
 

Zuchtedelweiß

  Das "Edelweiß" als Symbol der alpinen Bergrettung.  

Edelweiß-Anstecker mit Hakenkreuz

 

     
Erinnerungsbild an den
ersten Weltkrieg


Ein Foto v. Xaver Brenner (1889 Frankenried - 1961) in Uniform mit Pickelhaube und Bergstock erinnert an seinen Einsatz im ersten Weltkrieg als Tragtierführer in einem Gebirgsjägerbataillon in Bruneck/Südtirol.
Die 104 Edelweißblüten, mit denen das Erinnerungsbild ausgeschmückt ist., pflückte Xaver Brenner nach seinen eigenen Angaben selbst von Juni bis September 1915 während seines Einsatzes an der Fánesperre nördlich von Cotina d´Ampezzo

a bissl vergilbt sind sie schon
Gebirgsjägermuseum Sonthofen
 
 
Hauptversammlung in Graz/Austria 30. Juli 1939
Eine Dekoration mit Symbolgehalt:
Der Adler mit dem Hakenkreuz, das Symbol
des Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen, thront über dem Edelweiß
des Alpenvereins.
     
      Österreichische Schilling Münze
mit Edelweiß
  Österreichische zwei Cent Münze mit Edelweiß vom Teuro  



Almblumenwiese in Südtirol. Im Hintergrund die Zillertaler Berge.

     


Schlüsselblumen, Wiesen-Primeln auf 2000 Meter, im Hintergrund die Zugspitze mit Waxensteine, Garmisch. Partenkirchen
Silberdistel mit Hummel  


     


Der Eisenhut
Eisenhut kurz vor dem Hochgrat Gipfel,1833 Meter Allgäuer Alpen. Anfang Sept.  

Bergastern
auf 2100 Meter. Ende August

     
.

     
     
.

Vergißmeinicht auf 2800 Meter - Parpaner Rothorn/Schweiz    


Alpenglöckchen auf 2700 Meter mit dem Piz Muragl, Mitte St. Moritz/Schweiz



     
.

Wollgras auf 2200 Meter am Höhenweg vom First zur ...   Großen Scheidegg bei Grindelwald/Schweiz
 

    

Besiedelung der Alpen

Nachweislich lässt sich der Mensch im Alpenraum erstmals vor 100 000 Jahren, also während der letzten Warmzeit (Interglazial) feststellen.
Archäologische Funde sind z.B. die Wildkirchli Höhli im Säntis,( Glarner Alpen CH, ein toller Aussichtsberg im Appenzellerland, 2502 m) und die Drachenhöhle im Murtal. (Die Mur ist ein Nebenfluss der Drau, Grenzfluss zwischen Österreich und Slowenien.)

Während der folgenden Würmkaltzeit  waren die Alpen wieder unbewohnt. Während des Neolithikums (Jungsteinzeit 8000 -2000 v. Chr.) wurden die Alpen von Süden her im Sinne einer Transhumanz erschlossen.

Ungefähr 4000 v. Chr. begann die Dauerbesiedelung mit Viehzucht und Ackerbau entlang trockener Täler. (Tessin, Etschtal )
Während der Hallstadtkultur wurde Salz, Eisen und Blei abgebaut.

Die Römer erreichten die Alpen etwa um Christi Geburt. Sie erschlossen das Gebirge und seine Pässe durch ein Netz von Straßen und Militärlager.
Sie führten den Wein und die Esskastanie ein. (Südalpen) Durch die Römer war eine 500 jährige Friedenszeit in den Alpen, was sich für die Besiedelung günstig auswirkte.

Ab dem 6. Jahrhundert entwickelte sich auch ein germanischer Siedlungsraum.

Im romanischen Bereich entwickelten sich Haufendörfer aus Steinhäusern, im germanischen Bereich Streusiedlungen in Holzbauweise.

Ab 1000 – 1400 gab es eine Blütezeit in den Alpen. Durch Waldrodungen konnte der Siedlungsbau erweitert werden.
Im romanischen Teil wurden Ackerterrassen angelegt und Weinbaubetriebe.
Im Germanischen besaß der Ackerbau untergeordnete Bedeutung. Wichtiger war hier die Wald- und Wiesenwirtschaft.

Die Wirtschaft und Kultur, wie sie sich im Hochmittelalter herausgebildet hat, blieb in den meisten Alpenregionen bis
ins 19./20. Jahrhundert erhalten.
In der Schweiz sowie in den nördlichen Alpen wurde der Ackerbau gänzlich eingestellt, dafür Käse und Vieh verstärkt exportiert.
Ab dem 19.Jahrhundert begann in den Alpen die Industrialisierung vor allen Dingen in den südlichen Alpen. Dadurch entstand Wanderarbeit. (Pendler) In manchen Regionen zwischen dem 19./20. Jahrh. nahm die Bevölkerung bis zu 70% ab.
In den Industrie- Ansiedelungen nahm sie zu.

 

Freistehende alte Streuhäuser in Adelboden, in diesem

Fall tatsächlich am "Boden" und nicht im Dorf. CH

Sie sehen schon, um welche "Wirtschaft" es sich hier handelt. Milch-und Almwirtschaft gibt es noch! CH


Neu geschindeltes, sehr altes Wohnhaus.Frutigtal CH

Man beachte das Alter des Gasthauses!  Anno 1531


Typisches Wohnhaus in der Zentralschweiz.

Richtung Sustenpass. CH


Durch Waldrodungen vor ca. 1500 Jahren begann der Siedlungsbau in den Alpen.

Wirtschaftliche Nutzung- und die ist Voraussetzung für eine Besiedelung, war in den Südalpen der Ackerbau, der Weinanbau und Obstanbau. Im Norden der Alpen begann die Forstwirtschaft durch Waldrodungen, sowie die Almwirtschaft.
Die Besiedelung war ausschließlich nur in den Tälern, hauptsächlich an Flüssen und Seen. Eine flächendeckende Besiedelung gibt es in den Alpen bis heute noch nicht.

Trotzdem sind die Alpen das dichtbesiedelste Gebirge der Welt.

Die richtige Definition "Alpen" beginnt erst bei einer Höhe von 1000 Höhenmeter. An den Randgebieten der Alpen entstanden schon wesentlich früher Dörfer und Städte, die wegen der wirtschaftlichen Nutzung der Alpen schnell größer wurden. Z.B. Salzburg durch die Salzgewinnung in den Bergwerken Hallstein usw.

Eisen, Kupfer, Blei, Zink und Silbererze wurden in den Ostalpen gefördert.

Danach setzte die industrielle Nutzung durch Wasserkraft (Elektrizität) ein.

Auf grund der Sal-Mineral und Thermalquellen entwickelten sich zahlreiche Heilbäder und der Fremdenverkehr.

Mit dem Massentourismus erweiterte sich die Besiedelung auch in immer höhere Gebiete.

Für die masslose Erschließung des Wintersports entstanden sogenannte Retortenorte.

Durch die Verkehrserschließung von zahlreichen neuen Straßen, Brücken und Tunnels wuchsen die Orte teilweise zu Industriegebieten heran. Inntal - Rhonetal - Rheintal - Etsch-und Eisacktal weisen teilweise eine totale Industralisierung auf.

 

Das ist eher zu bezweifeln...
...wenn man sich diese "Almidylle" anschaut

Bergdorf im Piemont ITA

Weindorf, Valle de Susa. Steinhäuser sind hier in den Südliche Alpen vorwiegend anzufinden. ITA


Lanslebourg, FRA Massiv de la Vanoise

Sestriere, ITA Olympic Winter Games 2006, Feb.


 

Neuere Bauweise in Tirol, Leermoos, im Hintergrund

die Königsspitze. AUT

 

Der Bayerische Gebirgsort Mittenwald

GER


Heustadl bei Garmisch. GER

Das Zugspitzdorf Grainau. GER


 
   
 
Die Heustadl vom Oberwallis.
 

Die Platten schützen vor Mäusen,
die Stelzen auch noch gleichzeitig vor Nässe.

 

 
     
 
Einige kommen schon in Schieflage
 

Schwere Schieferplatten aus der Umgebung bedecken
die alten Wohn-und Wirtschaftshäuser im Wallis

  Auch Kirchtürme wurde aus dem Schiefergestein der
Walliser Alpen  gebaut
 

 
   
 
Chandolin, Val Anniviers im Canton du Valais/Wallis CH
 

Vissoie Val Anniviers

 

Lawinenverbauung oberhalb Zermatt.

Dorfzentrum von Zermatt, Mitte das berühmte Hotel

Zermatterhof, in dem durfte ich auch schon mal logieren.

In keiner Bergregion der Welt gibt es soviele Blumen an

den Häusern, wie in den Alpen. Tannheimer Tal. AUT

Ferienwohnungen in der Pension Edelweiß.
 

Die Wallfahrtskirche St. Coloman bei Schwangau, BAY

Der Heilige Coloman war ein Irischer Pilger der im Jahr

1012 in diese Gegend kam und aufgehängt wurde, weil
man ihm nicht glaubte. Danach waren einige Wunder zu verzeichnen, daraufhin entstand eine kleine Kapelle.

 

Typischer Zwiebelturm im Bayer.und Tiroler Alpenraum.
1495 bekam sie ihre kirchliche Weihe. Colomann ist Schutzpatron für Krankheiten von Mensch und Tier. Im Oktober ist das Colomansfest.

In einer Bayerischen Voralpengemeinde.
Umspannhäuschen in den Bayerischen Voralpen.
 
Schloss Neuschwanstein - Bayern
 
Auch in Tirol ist der Zwiebelturm vorherrschend.

Oberbayerisches Bauernhaus in Brannenburg

Deutlich sieht man, dass die Außenmauern mit örtlichem Kalkstein errichtet wurden.

Im Alpenraum gibt es 6124 Alpengemeinden

1871 lebten in ihnen ca. 7,8 Millionen Menschen. Im Jahre 2000 waren es schon 14,3 Mill.

Die Zunahme entstand hauptsächlich in den gut zugänglichen großen, industrialisierten Alpentälern. Im Gegensatz dazu haben sich viele Bergregionen entvölkert, vorrangig in den Südwestalpen.


 
   
 
Verstädterung im Rhonetal Canton du Valais CH
 

Industrialisierung im südlichen Rhonetal.

Im Hintergrund Kulturlandschaft Weinanbau.

 

   
Typische Häuserzeile im malerischen Gebirgsort Mittenwald - Bayern   Das Geigenbaumuseum   Der Geheimrat ist hier auch schon vorbei gezogen.

 
   
  Der weltberühmte Kurort der Royals, Reichen und Schönen...
St. Moritz auf 1750 Meter in der Schweiz - Kanton Graubünden
  ...aber auch der Sportler.Ideales Höhentrainigsgebiet.
Auf der 400 m Tartanbahn tummel sich immer Weltklasse Läufer
 
 
   
  "Alpenpanorama" in St. Moritz   Werbeplakat auf 3300 Meter am Corvatsch  
 
   
  Überdimensionierte Kanone - wem wollen sie denn damit abknallen?   Im Karwendelgebirge - Bayern auf 2250 Meter  
 
   
  "Alpenfirlefanz" auf 2200 Meter am Osterfelderkopf - Bayern   Über diesen ganzen "Bergfirlefanz"
können sich die nur köstlich amüsieren
 

 
   
  Vielleicht gefällt Ihnen auch dieses Freizeitvergnügen auf 3000 Meter ...   ....auf dem Glacier 3000 bei Gstaad in der Schweiz  
 
   
  Bei Gstaad auf 1050 Meter im Kanton Bern   Sollten wir die Bergwelt nicht so belassen?  




Landwirtschaftliche Nutztiere in den Alpen

 
Die "Schwarznasen" hier bei Adelboden CH mit
 
ihren zotteligen, dicken Fell, Sunnegga,Zermatt

 

 
Kulturwunder, Ellmau Tirol - AUT
 
Die Standartkuh in den Alpen,
hier im Nebel auf 1800 Hm
.

 

 
Walliser Kühe können sehr gefährlich sein. Sie sind angriffslustig, untereinander, aber auch gegen Menschen. Ich habe schon böse Erfahrungen gemacht.
 
Auf 2200 Meter, Canton Vaud CH
im Hintergrund sehen Sie den Rückzug eines Gletschers.

 

Weniger gefährlich.....
      .......als er
Oberbayerisches Jungvieh

 

 
Der Weg zur Tränke...
...ist ein Dorfbrunnen mitten in Garmisch.

 

Das Rind - Hausrind

Die Domestikation erfolgte bereits im 9. Jahrhundert vor Chr.

Jungtiere werden als "Kalb" bezeichnet.

Das geschlechtsreife weibliche Hausrind heißt "Kuh" Milchkuh - Mutterkuh

Der geschlechtsreife Hausrind heißt "Bulle oder Stier". Ein geschlechtsreifes junges männliche Rind heißt "Jungbulle".

Ein kastriertes männliche Rind heißt "Ochse"

Milchleistungen von reinen Milchkuh-Rassen können bis zu 15 000 Liter pro Kuh im Jahr betragen.

Die Milchabgabe (Laktation) beginnt nach der Geburt des ersten Kalbes der Kuh. Diese kalben das erste mal in einem Alter von 24-32 Monaten.

Die Kuh wird etwa 2-3 mal täglich gemolken.



Typische Oberbayerische Stadl für´s Heu - hier bei Grainau/Garmisch


Andere Alpenbewohner außer uns Menschen und den Nutztieren

     
         

     
  Hier geht es in die Wohnung von den Murmeltieren,
oftmals direkt am Wanderweg
  Die beiden Murmeltiere sind oberhalb der unteren Seilbahnstation aufgenommen worden. Oben ist die Station vom Piz Nair auf 3000 Meter
 


 

Einwohnerdichte der Alpenstaaten

Staaten
pro qkm

Fläche qkm

Einwohner

Mill.

Alpenanteil ca.in %

und qkm

Deutschland (Bayern)
229
357 000
82,4
  3%  -    5 300 qkm
Italien
190
301 000
58,6
28%  -  51 000 qkm
Schweiz
175
41 200
7,4
15%  -  27 000 qkm
Frankreich
106
544000
60,6
20%  -  37 000 qkm
Österreich
96
83 800
8,2
30%  -  54 000 qkm
Slowenien
96
20 300
2,0
  4%   -   6 900 qkm
Lichtenstein nicht relevant
191
160 qkm
34 000 Einw.
Die Schweiz zählt das Alpen-Vorland

 

nicht

 

zu den

 

Alpen!

 

Alpen gesamte Fläche die

mittlere Definition umfasst die

Gebiete oberhalb 1000 Hm

60

mittlere Definition

ca. 185 000 qkm

220 -240 000 qkm

Alpen
(dauerhaft besiedeltes Gebiet)
240
Europäische Union
115
3,975 000
460 Mill.
ca 4,5 bis 6% je nach Definition

Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte von 60 Einw. pro Quadratkilometer bezieht sich auf den

gesamten Alpenraum ( 220 - 240 000 qkm ) Der durchschnittliche Dauersiedlungsraum der Alpen ist wesentlich kleiner auf grund der natürlichen Gegebenheiten. Besiedelung ist hauptsächlich in den größeren Tälern mit zunehmender Zersiedelung und Verstädterung. Somit ist die Dichte der

dauerhaften Besiedelung extrem hoch und mit den dichtest besiedelten Gebiete der Erde vergleich-

bar ist. siehe Tabelle.

Japan
330
377 800
126 Mill.
70% Gebirgesanteil
Indien
278
3,3 Mill.
1,112 Mill.
USA
26
9,6 Mill.
298 Mill.
Kanada
3
9,98 Mill.
32 Mill.
Neuseeland
15
268 700
4,1 Mill.
Nepal
188
147 000
27,6 Mill.

über 40% d.Landes liegen
über 3000 Meter

Peru
22
1,285 Mill.
28 Mill.
über 50% Gebirge

Es ist eine wachsende Verstädterung in den Tälern feststellbar und zugleich eine verstärkte
Ent-völkerung in den kleineren Gemeinden und in verschiedenen Alpenregionen.

Die Zentralalpen boomen auf grund des starken Tourismus, in den Südwestalpen, sowie in den

kleineren Seitentälern und Berghängen ist eine Entsiedelung zu verzeichnen

 


 

Was ist der Unterschied zwischen einem Berg und einem Hügel?
Die Wörter Gebirge und Berg stehen im Zusammenhang
Im Gebirge stehen Berge - und viele Berge ergeben ein Gebirge

Ausnahmen sind die teilweise riesigen Vulkanberge.

Wenn relativ viele Vulkanberge an-und ineinander stehen, nennt man das Vulkangebirge.

Die normalen Gebirgsbildungen entstehen durch tektonische Plattenverschiebungen.

Manche Inselberge bilden auch eine Ausnahme.

Diese Definition ist nicht nur im Deutschen Sprachgebrauch, sondern ebenso im englischen, französischen, spanischen, italienischen usw. zu finden.


 
Die Feuerberge auf Lanzerote. Volcanberg 520 m
 
Volcan Misti 5822 m, südliches Peru

 

Nun zur geologischen Definition

Eine anerkannte Definition von Gebirge gibt es nur für das Hochgebirge nicht aber für das

Mittelgebirge. Das Hochgebirge fängt bei 1500 Höhenmeter an. Bewohner der alpinen Regionen sehen die Grenze bei 2000 Höhenmeter.10% des gesamten Festlandes unseres Globus überschreiten eine Höhe von mehr als
2000 m. (Da ist dann z.B. Keswick, Wellington und der Schwarzwald schon nicht mehr dabei)


Gebirge sind deutlich abgegrenzte Erhebungen der Erdoberfläche mit lebhaften Wechsel von steilen Bergen und tiefen Tälern.

Berge sind Gipfel mit steilen Flanken, spitzen und schroffen Felsschichtungen.

Der Unterschied zu den Hügeln im Mittelgebirge ist somit klar definiert.


Schartenhöhe und Dominanz

Die Definition eines Berges ergibt sich aus der Schartenhöhe und der Dominanz.

Der Computerexperte Benoit Mandelbrot hat einmal die Küstenlänge Großbritanniens untersucht. Da gab es zuvor sehr unterschiedliche Ergebnisse. Er stellte fest, je genauer man versucht, die Länge zu messen, desto länger wurde die Strecke.

Fazit Mandelbrots: Die Küste Großbritanniens ist unendlich lang.

Nun zu der spannenden Frage:

Wieviele Berge gibt es in den Alpen?

Dazu muss man erst einmal definieren was als eigenständiger Berg gilt. Es gibt ja Hunderttausende kleine Gipfel und Gipfelchen, neben einem bekannten definierten Berg.

Betrachten Sie den Großglockner oder die Monte Rosa Gruppe, da hat es unzählige Vorgipfel

die man aber nicht als Berge zählen kann.

So ähnlich verhält sich das auch mit der Anzahl der Berge in einem bestimmten Gebirge.

Fazit: Nicht jeder Vorgipfel und Felsvorsprung zählt als Berg


Dominanz
 
Schartenhöhe
 

Schartenhöhe

Sie ist die Höhendifferenz zwischen dem Gipfel und der höchstgelegenen Scharte, die zu einem höheren Gipfel führt.

Anders definiert. Die Schartenhöhe gibt an, wieviele Höhenmeter man mindestens absteigen

muss, um auf einen höheren Berg zu kommen. Die Schartenhöhe zeigt somit an, wie frei ein

Berg steht.

Zum Beispiel das Matterhorn ist sehr eigenständig und weist eine Schartenhöhe

von 1031 Meter auf, während Das Nordend (wird als zweithöchster Berg (der CH teilweise gewertet) mit einer Schartenhöhe von 94 Meter der Verlierer ist, obwohl höher als das

Matterhorn.

Bei der Betrachtung der Definition Schartenhöhe zeigt sich, dass es zwischen Gipfel und Scharte (Pass) eine eindeutige Beziehung gibt.

Aber auch umgekehrt, zu jeder Scharte gibt es einen Gipfel.

Wenn Sie also eine Schartenhöhe von mehr als 2000 Höhenmeter nehmen, dann gibt es

in der Schweiz nur 4 Berge, bei 1000 Höhenmeter schon 36 und bei 100 Höhenmeter

Schartenhöhe 1955 Berge.

Unten ein Beispiel von Schweizer Bergen.

 

   
 

Die Zugspitze v. Ehrwald aus, Tirol.

Bei nur 2962 m hat die Zugspitze

eine hohe Schartenhöhe v. 1746 m.

 

Nadelhorn, 4327m, Lenzspitze, 4294m, Dom, 4545m

Geringe Schartenhöhe f.d.Lenzspitze

 

   
 

Das Matterhorn 4478m mit einer deutlichen Schartenhöhe von 1031 Meter und einer

Dominanz v. 13,7km.

Die Dufourspitze, 4634m mit einer Dominanz von 78,2km. Das Nordend, rechts, 4609m

mit nur einer Schartenhöhe von 94m. Man kann ihn also nicht als eigenständigen 4000er bezeichnen.Der gesamte Bergstock ist die

Monte Rosa Gruppe.

Die Dominanz

Um das Ganze zu vervollständigen ist auch noch die Dominanz eines Berges von Bedeutung.

Die Dominanz eines Berges ist die vom Gipfel aus gemessene horizontale Entfernung zum

nächst höheren Berg. Die Dominanz gibt also an, welchen Umkreis der Gipfel überragt.

Nehmen Sie z.B. die Jungfrau (4158 Hm, das ist ein Berg, daher Jungfrau-Marathon) und

suchen Sie den nächstgelegenen höheren Berg. Das ist das Aletschhorn mit 4195 Hm von

dort misst man den nächsten Punkt zur Jungfrau in der Höhe von 4158 m und misst die horizontale Distanz, so ergibt sich eine Dominanz von 8150 m.

Mit diesen beiden Kriterien, Schartenhöhe und Dominanz, können Sie die Anzahl der Berge

in den Alpen zählen.

Man muss sich nur darüber einig sein, ab welcher Schartenhöhe (Höhenmeterzahl) und

Streckenlänge bei der Dominanz zugrunde gelegt wird. Eine Schartenhöhe von 100 m

zum nächsten Gipfel wird nicht als eigenständiger Berg gewertet.

Betrachtet man eine Mindestschartenhöhe von 100 m für einen Berg, so hat es in der Schweiz 1955 Berge.

Da fallen dann die bekannten Berge wie Nordend (4609 m) oder Lenzspitze (4294m) raus.

Im aktuellen Gipfelverzeichnis der Schweiz gibt es 8874 Gipfel.

Umso höher Sie die Kriterien Dominanz und Schartenhöhe stellen, umso weniger Berge gibt es, wo wir dann wieder bei dem Chaosforscher Mandelbrot angelangen.

Nehmen Sie die Dominanz von 1 km (das ist schon sehr viel im Umkreis der Berge) gibt es

1584 Berge, bei 5 km nur noch 170 Berge in der Schweiz.

Somit gibt es z.B. in Unterharmersbach oder Keswick keine Berge sondern nur Hügel,

aber unsere Sportart heisst  BERGLAUF  und nicht HÜGELLAUF!

 

Dominanz
 
Schartenhöhe
 
 
Dominanz
Schartenhöhe
                     Bergname                       Höhe m             Länge m             Bergname                Höhe m    
 

1

Piz Bernina

4 048.6 m

137 800

2

Dufourspitze (Monte Rosa)

4633.9

78200

3

Finsteraarhorn 

4273.9

51650

4

Tödi: Piz Russein

3614

42050

5

Rheinwaldhorn

3402.2

35100

6

Schesaplana

2964.3

30250

7

Ringelspitz/ Piz Barghis

3247.5

30000

8

Grand Combin de Grafeneire

4314

26400

9

Säntis

2503.1

25780

10

Piz Linard

3410.6

24900

11

Piz Kesch/ Piz d' Es-cha

3417.7

23500

12

Wildhorn

3247.6

22950

13

Dammastock (Winterberg)

3629.9

22350

14

Piz Sesvenna

3204

21400

15

Dents du Midi: Haute Cime

3257.4

18900

16

Cornettes de Bise

2432.3

18000

17

Pizzo Campo Tencia

3071.7

17100

18

Pilatus: Tomlishorn

2128.5

17000

19

Pizzo Tambo

3279

16850

20

Dom

4545.4

16600

21

Piz Calderas

3397

16450

22

Piz Murtaröl/ Cima la Casina

3180.4

15500

23

Fluchthorn/ Piz Fenga: Südgipfel

3398.8

15500

24

Piz Medel

3210.7

15400

25

Gridone/ Monte Limidario

2188.1

14600

26

Monte Generoso/ Calvagione

1701.3

14300

27

Les Diablerets:

3209.7

14250

28

Bächistock (Glärnisch)

2914.3

13950

29

Bruschghorn

3056

13850

30

Matterhorn/ Monte Cervino

4477.5

13700

31

Bietschhorn

3934.1

13400

32

Monte Tamaro

1961.5

13300

33

Rigi Kulm

1797.5

13200

34

Aroser Rothorn

2980.2

13100

35

Aletschhorn

4195

12850

36

Blinnenhorn/ Corno Cieco

3373.8

12750

1

Finsteraarhorn 

4 273 m

2 280 m

2

Piz Bernina

4048.6

2234

3

Dufourspitze

4633.9

2165

4

Säntis

2503.1

2021

5

Dents du Midi: Haute

3257.4

1796

6

Tödi: Piz Russein

3614

1570

7

Grand Combin de Gr.

4314

1517

8

Piz Kesch

3417.7

1502

9

Dammastock

3629.9

1465

10

Haldensteiner Calanda

2805.7

1449

11

Monte Tamaro

1961.5

1408

12

Gamsberg  

2384.8

1358

13

Aroser Rothorn

2980.2

1349

14

Brienzer Rothorn

2349.7

1348

15

Rheinwaldhorn

3402.2

1337

16

Monte Generoso

1701.3

1305

17

Rigi Kulm

1797.5

1288

18

Gridone

2188.1

1238

19

Weisshorn

4505.5

1235

20

Weissmies

4023

1191

21

Pizzo Tambo

3279

1166

22

Monte Leone

3553.4

1144

23

Piz Platta

3392

1117

24

Vanil Noir

2388.9

1114

25

Le Catogne

2597.9

1105

26

Piz Calderas

3397

1085

27

Cornettes de Bise

2432.3

1063

28

Piz Sesvenna

3204

1055

29

Dom

4545.4

1046

30

Matterhorn

4477.5

1031

31

Piz Raschil

2574.5

1028

32

Piz Linard

3410.6

1028

33

Balmhorn

3699

1021

34

Aletschhorn

4195

1017

35

Grand Muveran

3051.1

1013

36

Le Tarent

2548

1002

 

In den sogenannten Mittelgebirgen, z.B. Rhön, Schwarzwald, Eiffel usw. gibt es keine Scharte

(Pass) und somit auch keinen Gipfel, auch im Voralpenland nicht.

Österreich zählt das Voralpenland aus bestimmten Gründen zu den Alpen dadurch ist der Alpenanteil prozentual wesentlich mehr ausgeweitet als in der Schweiz, die ihre Alpenvorland nicht zu der Alpenregion zählt.

Sie können also erkennen, dass in solchen Gebieten, wie z.B. Unterharmersbach mit dem Kuhkopf kein Berg steht. Somit kann es dort auch keinen klassischen Berglauf geben,

der einer Wertigkeit von Welt-Europa-oder Deutschen Meisterschaft entspricht.

Das ist so!!  Basta!! Ob das den sogenannten Berglaufwarten, Franz Geigl, (Bayern)

Wolfgang Münzel (Deutschland) oder Danny Hughes (Welt) passt oder nicht.

Diese 3 Herren veralbern alle Bergregionen dieser Welt mit ihren Hügelläufen die sie als

Bergläufe bezeichnen.


Korsika - franz. la Corse
Viertgrößte Insel im Mittelmeer, nach Sizilien, Sardinien und Cypern.
Korsika hat ca. 8700 qkm. Die Nord-Süd-Länge beträgt 185 km, Ost-West- 85 km
Korsika gehört zu Frankreich und die Hauptstadt ist Ajaccio ( 59 Tsd. Einw.) im Südwesten der Insel.
Die Insel hat 260 000 Einw. (ca 30 Einw pro qkm )
zum Vergleich: Il de La Reunion, Frankreich  2520 qkm
Martinique, Frankreich          1100 qkm
Sardinien, Italien                24 090 qkm

Der Anteil an Frankreich beträgt 1,4%. Frankreich 672 350 qkm, incl. Überseegebiete 62 Mill. Einw. 

( 110 Einw. pro qkm)                 

Auf Grund der vielen Buchten hat Korsika ca. 1000 km Küste, ein Drittel ist Strand, der Rest felsig.
Im Landesinnere hat sie Hochgebirgs-Charakter. 86% sind Bergland.
Das Gebirge entstand wie die Alpen im "Tertiär" (v. 65 Mill. Jahren bis 1,8 Mill. Jahren)

 

 

Korsika - die Aufnahme habe ich ich ganz früh am Morgen vom berühmten GR 20 aus fotografiert. Womöglich kommen Ihnen diese

Art von Bergformation bekannt vor.
Klar, Korsika gehörte mal zu den Alpen.

 
Korsika die "Schöne" Korsika die "Wilde"
 

Kleiner typischer Karstsee. Links davon der Trail vom GR 20

 

Gabi Winck " Grand Raid Interlacs"

Korsika. Aufnahme nicht von mir.

Genau das ist für uns Bergläufer und Wanderer sowie Kletterer das Gebirgs-Eldorado im Mittelmeer.
Es gibt schroffe Gipfel und tiefe Schluchten sowie einige Karstseen. Höchster Berg ist der Monte Cinto mit 2710 m

und ist nur 25 km vom Meer entfernt.

Das Gebirge wird auf der gesamten Länge durch den berühmten GR 20 erschlossen.

Der schwierigste Wanderweg Frankreichs. Die Aiguilles de Bavella sind die korsischen Dolomiten.

Korsika hat 50 Zweitausender. Im Westen überwiegt Granitfels, im Osten Schiefer. Die Westküste ist sehr

felsig und buchtenreich. Viele Wildbäche stürzen von den Bergen herab, die im Hochsommer versiegen.

In Korsika herrscht ausgeprägtes Mittelmeerklima, in den hohen Bergen Kontinentales. Die Hälfte ist mit "Macchie" bedeckt, ein Fünftel bewaldet, hauptsächlich Kiefern. Ab 600 Meter gibt es auch Esskastanien und Bergbuchen.

Landwirtschaftliche Nutzung ist Weizen, Wein, Zitrusfrüchte, Oliven, Korkeichen und Schaf - sowie Ziegenzucht. Die ausgewilderten Schweine treiben sich in Höhen zwischen 700 und 1500 Höhenmeter rum und ernähren sich von den Esskastanien und liefern dann anschließend den hervorragenden Schinken.

Natürlich hat auch die Fischerei einen hohen Stellenwert. (Thunfisch, Sardellen)

Mittlerweile dürfte aber der Fremdenverkehr die wichtigste Einnahmequelle sein


       

Die Wege, besser die Kraxelei am GR 20.

Rot-Weiß ist der gesamte Trail markiert. Vorsicht ist bei Regen, Nebel und Gewitter geboten. Gehen Sie da nicht weiter. Entweder Abstieg zum Meer oder in eine "Gite"

Rotwein gibt es in den Gites genügend, aber nix zum Essen und kalt ist es auch in den   Holzverschläge der Schlafstellen.   

     

          Bei schönem Wetter ein Traum-Trail.



  Die Alpen Teil1

Die Alpen Teil2

Die Alpen Teil3 Die Alpen Teil4  
  Alle Fotos v. Helmut Reitmeir 

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